Lärmschutz-Rechner

Wie viel leiser wird es beim Nachbarn, wenn Sie eine mobile Lärmschutzwand aufstellen? Mit diesem Lärmschutz-Rechner können Sie das grob abschätzen. Er berücksichtigt Entfernung, Aufstellung und Höhe der Wand sowie das im Labor gemessene Schalldämmmaß des Materials.

Baupläne mit Maßstab
Foto: Pexels

Wichtig: Das Ergebnis ist ein Orientierungswert. Es ersetzt keine Schallmessung, keine Immissionsprognose für Ihr Projekt und auch nicht die Beurteilung durch die Behörde.

Theoretische Wirkung berechnen

Die voreingestellten Werte beschreiben eine typische Beispielsituation. Ersetzen Sie sie nach Möglichkeit durch Mess- oder Herstellerangaben. Alle Entfernungen und Höhen werden in Metern angegeben.

Nur grobe Abschätzung – ohne Gewähr. Das Ergebnis ersetzt keine fachkundige Schallprognose und kein Lärmschutzgutachten.

Vereinfachte SituationSchematische Darstellung – nicht maßstäblich
Schallweg von einer Baumaschine über eine Lärmschutzwand zum Empfänger Die Grafik zeigt Lärmquelle, Lärmschutzwand, Empfänger, direkte Sichtlinie, Schallweg über die Oberkante und die eingegebenen Abstände. Abstand: 0.5 m Lärmquelle Lärmschutzwand Empfänger 1,0 m 4,0 m 1,5 m 2,0 m 18,0 m
Direkte SichtlinieSchallweg über die Oberkante
Schall- und Materialdaten
Schalldruckpegel in dB(A)
Abstand, in dem der Ausgangspegel gemessen wurde
Bewertetes Schalldämmmaß in dB laut Laborbericht
Voreingestellt sind 500 Hz. Sie können jeden Wert zwischen 20 und 20.000 Hz eingeben. Die nachfolgende Auswahl einer typischen Lärmquelle ersetzt diesen Wert durch einen passenden Orientierungswert. Reale Lärmquellen erzeugen mehrere Frequenzbänder; vorhandene Oktavbanddaten haben Vorrang.
Typischer Frequenzbereich: 63–4.000 Hz · Verwendeter Startwert: 500 Hz Die Bandbreiten beschreiben typische Schwerpunkte, keine festen Grenzen. Bauart, Last, Drehzahl und Betriebszustand können das Spektrum verschieben; vorhandene Oktavbanddaten haben Vorrang.
Aufstellung der Lärmschutzwand
Zum Beispiel Höhe eines Fensters oder Messpunkts
Die zweite Lärmschutzwand verwendet dieselbe Höhe und dasselbe Labor-Schalldämmmaß Rw wie die erste und steht auf deren Empfängerseite.
Geänderte Eingaben werden erst nach einem Klick neu berechnet.
Pegel am Empfänger ohne Lärmschutzwand–Etwa so laut wie –
Abschirmung durch die Oberkante–
Theoretische Gesamtwirkung der Lärmschutzwand–
Pegel am Empfänger mit Lärmschutzwand–Etwa so laut wie –

Die Alltagsvergleiche sind nur eine grobe Orientierung. Wahrnehmung und Messwert hängen unter anderem von Abstand, Dauer und Frequenzspektrum ab.

Noch keine gültige Berechnung.

Tragen Sie Ihre Werte ein und starten Sie die Berechnung.

Berechnungsgrenze: Der Rechner betrachtet eine idealisierte einzelne Punktschallquelle, ebenes Gelände und den Schallweg über die Wandoberkante. Seitliche Schallwege, Fugen, Reflexionen, Wind, Bodenwirkung, mehrere Maschinen und das tatsächliche Frequenzspektrum können das Ergebnis deutlich verändern. Die rechnerische Abschirmung durch die Oberkante wird auf 20 dB begrenzt, weil höhere Werte unter realen Baustellenbedingungen bei einer einzelnen mobilen Lärmschutzwand in der Regel nicht zuverlässig erreichbar sind. Das Labor-Schalldämmmaß Rw ist kein garantierter Minderungswert auf der Baustelle. Bei aktivierter zweiter Wand werden eine abstands- und frequenzabhängige Doppelbeugung sowie die idealisierte serielle Schalldämmung beider gleichen Wände angesetzt. Resonanzen und Kopplung im Luftspalt bleiben unberücksichtigt.

So rechnet der Rechner

Zuerst berechnet er aus Ihrem Messwert und der Entfernung, wie laut es beim Empfänger ohne Wand wäre. Dann prüft er, ob die Wand die direkte Linie zwischen Lärmquelle und Empfänger unterbricht. Aus dem Umweg, den der Schall über die Oberkante der Wand nehmen muss, ergibt sich eine vereinfachte, frequenzabhängige Abschirmung.

Für Technikinteressierte: die mathematische Grundlage

Die Abschirmung wird mit einem vereinfachten, an Maekawa angelehnten Fresnel-Modell abgeschätzt. Aus der Wegdifferenz δ zwischen dem direkten Schallweg und dem Weg über die Wandoberkante wird die Fresnelzahl N = 2 · δ / λ mit der Wellenlänge λ = 343 / f berechnet. Für eine wirksame Oberkante verwendet der Rechner Dz = 10 · log10(3 + 20 · N · C3); bei einer Wand gilt C3 = 1. Die Beugungswirkung wird bei einer Wand auf 20 dB und bei zwei wirksamen Oberkanten auf 25 dB begrenzt. Beugungs- und Materialübertragung werden energetisch kombiniert.

Keine Normberechnung: Das Verfahren ist weder eine vollständige Berechnung nach ISO 9613-2 noch eine vollständige Umsetzung von Maekawa oder Kurze-Anderson. Boden- und Wettereinflüsse, seitliche Beugung, Reflexionen und frequenzbandweise Quelldaten werden nicht normgerecht abgebildet.

Ein Teil des Schalls geht außerdem durch das Material der Wand hindurch. Deshalb kombiniert der Rechner die geometrische Abschirmung energetisch mit dem eingegebenen Labor-Schalldämmmaß Rw. Die Gesamtwirkung ist dadurch immer kleiner, als wenn Sie den Laborwert einfach abziehen würden.

Warum der Laborwert nicht 1:1 auf der Baustelle gilt

Das Schalldämmmaß wird unter kontrollierten Bedingungen im Labor gemessen. Auf der Baustelle spielen offene Fugen, seitliche Schallwege, die tatsächliche Höhe und Länge der Wand, Reflexionen und das Frequenzspektrum der Maschinen mit. Einen Laborwert von zum Beispiel 14 oder 25 dB dürfen Sie deshalb nicht einfach vom gemessenen Baustellenpegel abziehen.

So holen Sie mehr aus Ihrer Lärmschutzwand heraus

  • Stellen Sie die Wand möglichst nah an die Lärmquelle oder an den zu schützenden Bereich.
  • Unterbrechen Sie die Sichtlinie zwischen Lärmquelle und Empfänger komplett.
  • Vermeiden Sie Lücken, Fugen und seitliche Öffnungen.
  • Planen Sie die Wand lang genug, damit der Schall nicht seitlich vorbeikommt.
  • Bei mehreren Maschinen und empfindlicher Nachbarschaft: Lassen Sie eine Schallprognose bzw. ein Lärmschutzgutachten erstellen.

Was der Rechner nicht berücksichtigt

Der Rechner arbeitet mit einem stark vereinfachten Modell: eine einzelne, feste Lärmquelle, ebenes Gelände und eine repräsentative Frequenz. Nicht berücksichtigt werden unter anderem:

  • mehrere Maschinen, die gleichzeitig oder nacheinander laufen
  • wechselnde Betriebszustände und bewegliche Lärmquellen
  • das komplette Frequenzspektrum sowie ton- oder impulshaltige Geräusche
  • Schall, der um die Enden einer zu kurzen Wand herumgeht
  • Fugen, Öffnungen, Türen, Schäden und ein undichter Bodenanschluss
  • Reflexionen an Fassaden, Gebäuden, Fahrzeugen oder gegenüberliegenden Wänden
  • schallharte oder schallschluckende Böden
  • Geländeformen, Gebäude und andere Hindernisse
  • Wind, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und andere Wettereinflüsse
  • Ausrichtung und Abstrahlung der jeweiligen Maschine
  • Zustand, Aufbau und Montagequalität der Wand
  • Hintergrundgeräusche sowie Mess- und Prognoseunsicherheiten
  • Fassadenreflexionen, Stockwerkshöhen und offene oder geschlossene Fenster
  • Gebietseinstufung, Beurteilungszeiten und Zuschläge nach der AVV Baulärm

Eine ähnliche vereinfachte Berechnung bietet die Fachstelle Lärmschutz des Kantons Zürich. Für die behördliche Beurteilung von Baulärm in Deutschland zählen die Verhältnisse vor Ort und die AVV Baulärm. Einen Überblick über Grenzwerte und Maßnahmen finden Sie auf unserer Seite Lärmschutz auf Baustellen.

Übrigens: Neben der Miete bieten wir auch Lärmschutzwände für drinnen und draußen zum Kauf an.