Lärmschutzwand-Wirkungsrechner

Mit diesem Rechner können Sie die theoretische Wirkung einer mobilen Lärmschutzwand abschätzen. Berücksichtigt werden Entfernung, Aufstellung und Höhe der Lärmschutzwand sowie das im Labor ermittelte Schalldämmmaß des verwendeten Materials.

Wichtig: Das Ergebnis ist ein Orientierungswert. Es ersetzt weder eine Schallmessung noch eine projektbezogene Immissionsprognose oder die Beurteilung durch die zuständige Behörde.

Theoretische Wirkung berechnen

Die voreingestellten Werte beschreiben eine typische Beispielsituation. Ersetzen Sie sie nach Möglichkeit durch Mess- oder Herstellerangaben. Alle Entfernungen und Höhen werden in Metern angegeben.

Nur grobe Abschätzung – ohne Gewähr. Das Ergebnis ersetzt keine fachkundige Schallprognose und kein Lärmschutzgutachten.

Vereinfachte SituationSchematische Darstellung – nicht maßstäblich
Schallweg von einer Baumaschine über eine Lärmschutzwand zum Empfänger Die Grafik zeigt Lärmquelle, Lärmschutzwand, Empfänger, direkte Sichtlinie, Schallweg über die Oberkante und die eingegebenen Abstände. Abstand: 0.5 m Lärmquelle Lärmschutzwand Empfänger 1,0 m 4,0 m 1,5 m 2,0 m 18,0 m
Direkte SichtlinieSchallweg über die Oberkante
Schall- und Materialdaten
Schalldruckpegel in dB(A)
Abstand, in dem der Ausgangspegel gemessen wurde
Bewertetes Schalldämmmaß in dB laut Laborbericht
Voreingestellt sind 500 Hz. Sie können jeden Wert zwischen 20 und 20.000 Hz eingeben. Die nachfolgende Auswahl einer typischen Lärmquelle ersetzt diesen Wert durch einen passenden Orientierungswert. Reale Lärmquellen erzeugen mehrere Frequenzbänder; vorhandene Oktavbanddaten haben Vorrang.
Typischer Frequenzbereich: 63–4.000 Hz · Verwendeter Startwert: 500 Hz Die Bandbreiten beschreiben typische Schwerpunkte, keine festen Grenzen. Bauart, Last, Drehzahl und Betriebszustand können das Spektrum verschieben; vorhandene Oktavbanddaten haben Vorrang.
Aufstellung der Lärmschutzwand
Zum Beispiel Höhe eines Fensters oder Messpunkts
Die zweite Lärmschutzwand verwendet dieselbe Höhe und dasselbe Labor-Schalldämmmaß Rw wie die erste und steht auf deren Empfängerseite.
Geänderte Eingaben werden erst nach einem Klick neu berechnet.
Pegel am Empfänger ohne LärmschutzwandEtwa so laut wie –
Abschirmung durch die Oberkante
Theoretische Gesamtwirkung der Lärmschutzwand
Pegel am Empfänger mit LärmschutzwandEtwa so laut wie –

Die Alltagsvergleiche sind nur eine grobe Orientierung. Wahrnehmung und Messwert hängen unter anderem von Abstand, Dauer und Frequenzspektrum ab.

Tragen Sie Ihre Werte ein und starten Sie die Berechnung.

Berechnungsgrenze: Der Rechner betrachtet eine idealisierte einzelne Punktschallquelle, ebenes Gelände und den Schallweg über die Wandoberkante. Seitliche Schallwege, Fugen, Reflexionen, Wind, Bodenwirkung, mehrere Maschinen und das tatsächliche Frequenzspektrum können das Ergebnis deutlich verändern. Die rechnerische Abschirmung durch die Oberkante wird auf 20 dB begrenzt, weil höhere Werte unter realen Baustellenbedingungen bei einer einzelnen mobilen Lärmschutzwand in der Regel nicht zuverlässig erreichbar sind. Das Labor-Schalldämmmaß Rw ist kein garantierter Minderungswert auf der Baustelle. Bei aktivierter zweiter Wand werden eine abstands- und frequenzabhängige Doppelbeugung sowie die idealisierte serielle Schalldämmung beider gleichen Wände angesetzt. Resonanzen und Kopplung im Luftspalt bleiben unberücksichtigt.

Was berücksichtigt der Lärmschutzwand-Rechner?

Zunächst wird aus dem eingegebenen Messwert und der Entfernung der theoretische Schallpegel am Empfänger ohne Lärmschutzwand ermittelt. Anschließend prüft der Rechner, ob die Lärmschutzwand die direkte Verbindung zwischen Lärmquelle und Empfänger unterbricht. Aus dem zusätzlichen Schallweg über die Wandoberkante wird eine vereinfachte frequenzabhängige Abschirmung berechnet.

Der Schall kann außerdem durch das Material der Lärmschutzwand hindurchtreten. Deshalb wird die geometrische Abschirmung mit dem eingegebenen Labor-Schalldämmmaß Rw energetisch kombiniert. Die Gesamtwirkung fällt dadurch immer geringer aus als ein einfaches Abziehen des Laborwerts.

Warum entspricht das Labor-Schalldämmmaß nicht der Wirkung auf der Baustelle?

Das bewertete Schalldämmmaß wird unter kontrollierten Laborbedingungen ermittelt. Auf einer Baustelle beeinflussen unter anderem offene Fugen, seitliche Schallwege, die tatsächliche Höhe und Länge der Lärmschutzwand, Reflexionen sowie das Frequenzspektrum der Maschinen die Wirkung. Auch ein Laborwert von beispielsweise 14 oder 25 dB darf deshalb nicht ungeprüft vom gemessenen Baustellenpegel abgezogen werden.

So verbessert die Aufstellung die Abschirmung

  • Die Lärmschutzwand möglichst nah an der Lärmquelle oder am zu schützenden Bereich aufstellen.
  • Die direkte Sichtlinie zwischen Lärmquelle und Empfänger vollständig unterbrechen.
  • Seitliche Öffnungen, Fugen und Lücken konsequent vermeiden.
  • Die Lärmschutzwand ausreichend lang ausführen, damit seitliche Schallwege reduziert werden.
  • Bei mehreren Maschinen und empfindlicher Nachbarschaft eine fachkundige Schallprognose bzw. ein Lärmschutzgutachten erstellen lassen.

Welche Einflüsse berücksichtigt der Rechner nicht?

Der Rechner verwendet ein stark vereinfachtes Modell mit einer einzelnen, ortsfesten Lärmquelle, ebenem Gelände und einer repräsentativen Frequenz. Unter anderem bleiben folgende Faktoren unberücksichtigt:

  • Mehrere gleichzeitig oder zeitversetzt arbeitende Maschinen
  • Wechselnde Betriebszustände, Einsatzzeiten und bewegliche Lärmquellen
  • Das vollständige Frequenzspektrum sowie ton-, impuls- oder informationshaltige Geräusche
  • Seitliche Schallwege um die Enden einer zu kurzen Lärmschutzwand
  • Fugen, Öffnungen, Türen, Beschädigungen und ein undichter Bodenanschluss
  • Reflexionen an Fassaden, Gebäuden, Fahrzeugen oder gegenüberliegenden Lärmschutzwänden
  • Schallharte oder schallabsorbierende Bodenflächen
  • Geländeformen, vorhandene Gebäude und andere abschirmende Hindernisse
  • Windrichtung, Temperaturverteilung, Luftfeuchtigkeit und weitere Witterungseinflüsse
  • Ausrichtung und Abstrahlcharakteristik der jeweiligen Maschine
  • Tatsächlicher Zustand, Materialaufbau und Montagequalität der Lärmschutzwand
  • Hintergrundgeräusche sowie Mess- und Prognoseunsicherheiten
  • Fassadenreflexionen, Stockwerkshöhen und geöffnete oder geschlossene Fenster
  • Gebietseinstufung, Beurteilungszeiten und mögliche Zuschläge nach der AVV Baulärm

Eine vergleichbare vereinfachte Darstellung der Hinderniswirkung bietet die Fachstelle Lärmschutz des Kantons Zürich. Maßgeblich für die behördliche Beurteilung von Baustellenlärm in Deutschland bleiben die projektspezifischen Verhältnisse und die AVV Baulärm.